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In der Rubrik „Zur Diskussion gestellt“ veröffentlichen wir Artikel, bei denen uns bewusst ist, dass nicht alle Christen, die bibeltreu sein wollen, die Ergebnisse teilen. In einigen Fragen können auf der Grundlage der gleichen biblischen Aussagen unterschiedliche Antworten formuliert werden. In BuG 1-2022 haben wir an dieser Stelle einen Beitrag über eine bibelbegründete Sexualethik gedruckt, die bei einigen Lesern Rückfragen aufgeworfen hat. Hier lesen Sie eine an manchen Stellen abweichende Darlegung, die auf den Artikel von Prof. Dr. Friedhelm Jung antwortet. Im Ergebnis führen die Auslegungen zwar zum gleichen moralischen Verhalten, die Begründungen sind aber anders, was vor allem die Haltung beeinflusst.
von Thomas Jeising
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Als Christen sollen wir unser Licht vor den Menschen leuchten lassen. Jesus meint in der Bergpredigt, dass die Menschen dann „den Vater im Himmel preisen“ werden. Solche guten Werke wirkt Gott selbst in uns und für uns. Aber tun sollen wir sie natürlich dann. Dabei wird unser von Gott geschenktes Licht durch die Anfechtungen von Innen und Außen angegriffen. Wie viele Stürme da über uns hereinbrechen können, kann uns leicht verzagt machen. Aber Gott hat uns die Gemeinschaft der Gemeinde auch als einen lebendigen Schutz gegeben, so dass das Licht schön brennen kann. Es ist wie eine Kerze in einer Laterne. Sie ist vor Wind geschützt und ihr Licht kommt so erst richtig zur Geltung.
von Karl-Heinz Vanheiden
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Die Religionskritik hatte das christliche Reden von Gott als Vater verspottet und es eine "in den Himmel projizierte Wunschvorstellung" genannt. Tatsächlich aber ist Gott, der Vater, mit Recht im wichtigsten christlichen Glaubensbekenntnis. Denn die Rede davon ist in der Bibel zentral. Ein genauer Blick zeigt aber auch, dass es sich nicht um eine menschliche Idee handelt, sondern Gott von Ewigkeit her der Vater von Jesus Christus ist. Durch den Glauben wird er auch der Vater der Christen und sie seine geliebten Kinder.
von Thomas Jeising
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Gott hat uns in der Bibel auch das Buch der Psalmen mit Gedichten, Liedern und Gebeten gegeben. In ihnen wird die Bewegung des menschlichen Herzen in Anfechtungen und Nöten, unter Verlust, Verlassenheit und Bedrängnis gezeigt. Allerdings ist das menschliche, innere Gespräch dort auch ein Gespräch vor Gott. Es führt zu Gott, es schaut auf Gott und es beschaut den eigenen Zweifel, die Traurigkeit und Verzweiflung im Angesicht Gottes. Deswegen sind die Psalmen ein hervorragendes Instrument Gottes für seine Seelsorge an uns. Wer im finsteren Tal (Psalm 23) wandern muss, kann es mit den Psalmen tun und hier Trost, Wegweisung und innere Klärung finden. Beispielhaft wird das an einigen Psalmen vor dem Hintergrund der Erfahrung von Anfechtung im Leben des Autors gezeigt.
von Dr. Hanniel Strebel
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Die Bibel nimmt sich viel Raum, um im 1. Buch Mose das Leben von Josef zu erzählen. Wenn wir die Geschichte einerseits mit dem Blick auf Gottes Handeln im Leben von Josef und seiner Familie lesen und andererseits die neutestamentliche Perspektive auf den Erlöser Jesus Christus erkennen, werden wir hier nicht nur ein moralisch vorbildliches Leben erkennen, sondern vor allem eine Ermutigung, um im Glauben an Gott und Jesus zu leben, und das genau in dieser Zeit und an dem Ort, an den Gott uns heute gestellt hat.
von Dr. Hanniel Strebel
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Dass Gott auch strafen kann und straft, ist vielfach selbst der christlichen Gemeinde aus dem Blick geraten. Dabei geht es nicht darum, in falscher Einseitigkeit nur den strafenden Gott zu verkündigen. Es ist aber ebenso falsch und einseitig, wenn Gott als auschließlich liebend und gütig dargestellt wird, der für Katastrophen, Krankheiten und Leid nicht verantwortlich ist. Das Leid kam nach dem Willen Gottes aufgrund der menschlichen Sünde in die Welt. Wir sollten auch heute Gott als den verkündigen, der in Seuchen, Katastrophen und Unglücken den Menschen an seine Macht und seine Gerechtigkeit erinnert, aber zugleich durch das Evangelium auch eine Möglichkeit zu Vergebung und Umkehr anbietet.
von Prof. Dr. Friedhelm Jung
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Frage: Im Neuen Testament heißt es mehrfach, dass „Sterne vom Himmel fallen“ werden. Der Aufbau des Universums, wie wir es heute kennen, macht das schwer vorstellbar. Muss man das wirklich so verstehen, dass „Sterne“, der nächste wäre ja unsere Sonne, auf die Erde stürzen?
von Michael Kotsch
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Die vom Heiligen Geist geschenkte Gabe der Unterscheidung der Geister ist heute mehr denn je notwendig. Mit ihr wird der Gemeinde in Lehre und Leben, in der Verkündigung, Seelsorge und selbst in der Diakonie gedient. Für die Gesundheit und das geistliche Immunsystem der Gemeinde muss diese Gabe geübt und ausgeübt werden. Mit ihr wird vor allem zwischen Wirkungen von Gottes Geist, widergöttlichen und menschlichen Kräften unterschieden. Für die Übung der Gabe der Geisterunterscheidung ist eine gute Bibelkenntnis grundlegend. Aber es gehört auch Mut dazu, die Gabe in Demut und Entschlossenheit zu üben, denn es geht dabei nicht um Rechthaberei, sondern um die gesunde Lehre zum Lob Gottes und zum Nutzen der Gemeinde.
von Jürgen Neidhart
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Frage: Wie soll man sich die Aussagen aus 1Mose 6 vorstellen, dass menschliche Frauen und „Gottessöhne“ miteinander geschlechtlichen Umgang hatten? Waren die Riesen, die zu dieser Zeit geboren wurden, dann eine Art von Halbgöttern? Antwort: Der kurze Bericht in 1Mo 6,1-4 über die „Abenteuer“ der „Söhne Gottes“ auf der Erde gibt tatsächlich einige Fragen auf, […]
von Thomas Jeising
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Die Skepsis gegenüber den Wundern, die in der Bibel berichtet werden, hat eine Vorgeschichte. Sie ist jedoch heute weitgehend von einer rationalistisch geprägten Weltsicht bestimmt, die Gottes Eingreifen als Glaubensaussage von dem tatsächlichen Geschehen abspalten will. Besonders über die Frage, ob Gott mit Wundern gegen die Natur handelt, die er selbst geschaffen hat, ist auch im christlichen Kontext immer wieder diskutiert worden. Eine Infragestellung der Tatsächlichkeit von Wundern kann angesichts des biblichen Zeugnisses, aber auch der theologischen Konsequenzen nicht bestehen.
von Ron Kubsch