Verbum Medien legt mit dem kleinen Büchlein ein Essay der in England lebenden Apologetin Sharon James vor. Der Fokus ihrer Arbeit liegt in der christlichen Antwort auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Hier antwortet sie auf den immer lauter werdenden Vorwurf an Christen, dass ihre Religion nur Schlechtes in die Welt gebracht habe. Darin wiederholt sich ein Muster, das im 19. Jahrhundert im Rahmen der Aufklärung schon einmal laut wurde. Der Glaube gilt als finster und dumm, während die eigene Ideologie Licht und Freiheit bringe. Im 21. Jahrhundert blühen manche der alten Vorwürfe gegen das Christentum wieder auf, andere sind hinzugekommen.
Beispielsweise sah die Gründerin der US-amerikanischen Familienplanungsorganisation „Planned Parenthood“, die offensiv für Abtreibung wirbt und Handel mit Gewebe von abgetriebenen Föten betreibt, in der christlichen Sexualmoral die „Ursache für Leid und Elend“. Wer sich davon befreie, der werde endlich Glück und Erfüllung finden. Sharon James zeigt, dass das ganze Gegenteil der Fall ist, wenn Menschen ihre sexuellen Begierden zu Götzen machen und dafür sogar Menschenopfer bringen. Überall in der Weltgeschichte lassen sich dafür Beispiele finden, wie „sexuelle Revolutionen“ am Ende die Ausbeutung Schwacher, besonders von Kindern und Frauen, mit sich brachten. Immer wieder haben sie zur Zerstörung von Familien geführt, was sich auf jede Gesellschaft extrem negativ auswirkt. Die angeblich so verklemmte christliche Sexualethik hat dagegen überall, wo auch nach ihr gelebt wurde und sie nicht nur als Deckmantel für die eigene Bosheit benutzt wurde, nachweislich viele gute Wirkungen auf den Einzelnen und ganze Gesellschaften gehabt.
James, Sharon: Ist das Christentum schlecht für die Welt? Verbum Medien 2025. Pb. 68 Seiten. 7,90 €. ISBN 978-398665336-1
James geht kurz auf mehrere Themen ein, wobei sie vor allem darauf hinweist, dass durch den christlichen Glauben die Würde des individuellen Menschen erst entdeckt und dann auch verteidigt wurde. Alle Ideologien und andere Religionen haben dagegen vor allem Unfreiheit bis zur Sklaverei hervorgebracht, selbst wo sie im Namen der Befreiung auftraten. In zahlreichen Fußnoten verweist die Autorin auf ihre Quellen, die zum weiteren Forschen einladen. James geht am Rande auch auf berechtigte Vorwürfe ein, die sich vor allem ergeben, weil der Glaube für persönlichen Machtgewinn und Befriedigung eigener Begierden missbraucht wurde. Aus der Bibel lassen sich aber der sexuelle Missbrauch oder die Verachtung von Frauen nicht begründen, auch wenn es teilweise mit der Behauptung christlicher Rechtfertigung gelebt wird. Dagegen zeigt sich beim genauen Hinsehen: Christen „haben das Evangelium verkündet, selbst unter Einsatz ihres Lebens. Für unzählige Menschen ist das Leben dadurch besser geworden. Da, wo sich lebendiges Christsein ausgebreitet hat, hat sich auf der ganzen Welt und in den verschiedensten Jahrhunderten das Leben verändert und Gesellschaften haben sich gewandelt. Es ist wirklich eine gute Nachricht für die ganze Welt.“
Das Büchlein eignet sich, weil es informativ und leicht lesbar ist, auch gut zur Weitergabe. In einer neuen Auflage sollten aber kleinere Ungenauigkeiten verbessert werden, so lebten Anfang der 1970er-Jahre noch nicht eine Milliarde Menschen in China und 350 n.Chr. hatten Christen wohl höchstens 20% als über 50% Anteil an der Bevölkerung im römischen Reich.