LiteraturApologetik, Buchbesprechungen

Ist die Bibel zuverlässig?

Siegfried Weber, langjähriger Dozent an der Bibel- und Missionsschule Ostfriesland (BMO), hat mit dieser Neuerscheinung ein beachtenswertes Werk zur Bibliologie (Lehre von der Bibel) vorgelegt.

In insgesamt elf Kapiteln gibt er dem Leser und besonders seinen Bibelschülern einen guten Überblick über einzelne Themen, wie z.B. zur Entstehung der Bibel, zur Offenbarung, zur Inspiration oder zur Kanonfrage. Alle Schwerpunkte führen letztendlich zu einer positiven Antwort auf die Frage des Buchtitels. Positiv fällt auf, dass Weber immer wieder bibelkritische Stimmen benennt und widerlegt. Hierbei lässt er auch Theologen in bibelkritischer Weise zu Wort kommen, die leider an anderen (evangelikalen) Bibelschulen hoch geschätzt werden wie z.B. Peter Stuhlmacher zur Einheit der Bibel (S. 17), Andy Stanley zur Abkopplung des AT vom NT (S. 67) oder Howard Marshall zur Unfehlbarkeit der Bibel (S. 145f.).

Weber, Siegfried F: Ist die Bibel zuverlässig? Ein Plädoyer für das Buch der Bücher. Düsseldorf: Christlicher Medienvertrieb Hagedorn 2024, 256 S. Hardcover: 14,90 €. ISBN: 978-3-96190-120-3

Wohltuend ist neben der gründlichen Arbeit des Autors seine Grundhaltung zur Heiligen Schrift, die an verschiedenen Stellen zum Ausdruck kommt. Zur Frage, ob der Verstand ausreicht, um Gott zu erkennen, stellt er fest: Wir brauchen den Geist Gottes, damit wir durch die Schrift Gottes Wesen erfassen können. Wenn der Mensch allein mit seinem Verstand die Bibel liest, dann versteht er wohl die historischen und grammatikalischen Zusammenhänge, aber er versteht nie die geistlichen Zusam­menhänge der Schrift. (S. 60) Am Schluss seiner Ausführungen bemerkt er: Wissenschaftlich-theologisches Arbeiten setzt die Historizität und Authentizität der 66 kanonischen Bücher der Bibel und ihre Inspiration durch den Heiligen Geist voraus. Außerdem bekennt sich bibeltreue, wissenschaftliche Theologie zur Echtheit und Zuverlässigkeit von Wundern, Theophanien, Engelserscheinungen und Prophetien. Sie glaubt an die Inkarnation, Parthenogenese, Auferstehung Christi, seine glorreiche Wiederkunft, das Weltgericht und eine Neuschöpfung von Himmel und Erde (…). Ich kann wissenschaftlich-theologischen Arbeitsmethoden nicht folgen, die unter Autorität von modernen bibelkritischen Arbeitsweisen stehen, die ideologisch vom Geist der Aufklärung bestimmt sind. (S. 245)

Kleinere redaktionelle Fehler (auf S. 41 bricht nach dem vierten Spiegelstrich der Satz unerwartet ab) schmälern den Wert des Buches nicht, das wegen seiner bibeltreuen Aus­richtung und seiner ausgewogenen Haltung und gründlichen Arbeit sehr zu empfehlen ist.