LiteraturApologetik

Wunder: Ent­deckungen eines Skeptikers

Metaxas, Eric. Wunder. Ent­deckungen eines Skeptikers. Holzgerlingen: SCM Hänssler 2015 391 S. Hardcover mit Schutzumschlag: 24,95 €. ISBN: 978-­­3-­7751-5632-5.

Der Verfasser, der in Deutschland durch seine ausgezeichneten Biografien über Dietrich Bon­hoeffer und William Wilberforce bekannt wurde, legt nun ein Buch über Wunder vor. Das Vorwort dazu schrieb Prof. em. Dr. Peter C. Hägele, ein Naturwissenschaftler und bewusster Christ.

In der Einleitung zum Buch erklärt Metaxas seine Vorgehensweise. Ein Hauptteil sollte den Wunderberichten selbst gewidmet sein. Er wollte sich von vornherein auf Erlebnisse von Menschen beschränken, die er persönlich kannte. Er hat dann auch, wie er schreibt, sämtliche Wunderberichte so sorgfältig wie möglich geprüft und nichts aufgenommen, was nicht eindeutig nach Wunder aussah. So habe er bewusst Beispiele gestrichen, die möglicherweise nur Zufall hätten sein können.

Man nimmt das Buch mit Spannung in die Hand und mancher Leser wird gleich mit dem zweiten erzählenden Teil beginnen, der etwa zwei Drittel des Buches ausmacht. Den Rezensenten interessierte eher der erste Teil: „Die Frage nach den Wundern.“ Hier geht Metaxas in zwölf Kapiteln wirklich auf alle wesentlichen Fragen ein. Er entlarvt manche Bestreitung von Wundern, erklärt dann, was Wunder eigentlich sind und wozu sie gut sind. Wie hängen Wunder und Wissenschaft zusammen, wie ist es mit dem Wunder des Lebens und dem des Universum? Warum erleben manche Menschen Wunder und andere nicht? Warum erhört Gott manche Gebete und andere nicht? Die letzten Kapitel des ersten Teils handeln von einigen wesentlichen Wundern der Bibel einschließlich der Auferstehung des Herrn.

In seiner Vorbemerkung zum zweiten Teil betont der Autor noch einmal seine Skepsis: „Ich habe im Lauf der Jahre viele Geschichten gehört, und nicht alle entpuppten sich als wahr.“ Dann erzählt er die Geschichten vom Wunder der Hinwendung zu Gott, es folgen Heilungswunder, Wunder der inneren Heilung, Begegnungen mit Engeln, und letztlich Wunder, die in kein Schema passen. Dass Gott sowieso keine Schablone hat, betont der Autor immer wieder, und dass es auch kein Recht auf Wunder gibt.

Das ganze Buch ist eine hervorragende Apologetik der Wunder – über die wir ja grundsätzlich keinerlei Verfügungsgewalt haben. Und man nimmt es dem Verfasser ab, dass er wirklich an den Gott glaubt, der Wunder tut. Einige Geschichten erzeugten beim Rezensenten allerdings etwas Unbehagen und er fragt sich, ob der Autor manchmal nicht doch zu blauäugig war. Manche spielten im pfingstlerischen Milieu, einige theologisch fragwürdige Personen werden genannt, auch wenigstens ein Sterbeerlebnis ist zu hinterfragen. Es bleiben für den Rezensenten ein paar moralische und theologische Fragezeichen stehen. Allerdings muss er sich erinnern, dass auch die Bibel selbst zeigt, dass Wunder nicht automatisch zu einem veränderten Leben führen müssen (z.B. Simson oder die neun undankbaren geheilten Aussätzigen im Gegensatz zu dem Einen dankbaren, der Geheilte am Teich Bethesda).

Das kurze Schlusskapitel ist evangelistisch gehalten. Ein skeptischer Leser kann in dem Buch entdecken, dass es Wunder gibt und einen liebenden Gott, der manchmal erkennbar helfend in unser Leben eingreift.