LiteraturBuchbesprechungen

Theologie des Alten Testaments – Die bleibende Botschaft der hebräischen Bibel

Der vorliegende Band ist eine Übersetzung der bereits 2013 auf Niederländisch erschienenen Theologie des Alten Testaments, bei der insgesamt neun Alttestamentler aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und den USA mitgewirkt haben. Entsprechend einer Theologie des Alten Testaments hat der Band zum Ziel, die Haupt- und Verbindungslinien der unterschiedlichen Bücher des Alten Testaments aufzuzeigen.

Koorevaar, Hendrik J.; Paul, Mart-Jan (Hg.). Theologie des Alten Testaments. Die bleibende Botschaft der hebräischen Bibel. Gießen: Brunnen 2016. 416 S. Hardcover: 40,00 €. ISBN: 978-3-7655-9565-3.

Das Buch gliedert sich in vier Teile: Der erste Teil (Kapitel 1-2) gibt einen geschichtlichen Überblick über die Theologie des Alten Testaments und ihre Methodik. Im zweiten Teil (Kapitel 3-4) wird ein Ansatz erarbeitet, der die Bücher des AT nach der alten jüdischen Kanonanordnung gliedert, wie sie im Talmud (Traktat Baba Bathra 14b-15a) überliefert ist. Die Bücher des Alten Testaments werden zu den Gruppen Priesterkanon (Genesis bis 2.Könige, ohne Rut), Prophetenkanon (Jesaja bis Maleachi, ohne Daniel und Klagelieder) und Weisheitskanon(1. Chronik bis Hohelied, dazu Rut, Klagelieder und Daniel) zusam­mengefasst und in den weiteren Kapiteln in diesen Gruppen behandelt (inner­halb der Gruppen folgen die Bücher der alten jüdischen Kanon­anordnung, die sich von der gewohnten Reihenfolge in deutschen Bibeln unterscheidet und bis auf wenige Ausnahmen mit der Anordnung der Bücher in der hebräischen Bibel identisch ist).

Der dritte Teil (Kapitel 5-10) bildet den Hauptteil des Buches. Die einzelnen Kapitel behandeln wichtige Themen des Alten Testaments wie Schöpfung, Gottes Gebote, Sünde, Verheißung, Gottesdienst und Besitz des Landes Kanaan. Diese thematische Gliederung wird innerhalb der einzelnen Kapitel durch eine „kanonische“ Gliederung ergänzt: Jedes Thema wird durch die Bücher des Alten Testaments hinweg verfolgt, und zwar nach der im zweiten Teil dargestellten Ordnung des alten jüdischen Kanons. Durch diese Darstellung werden Bezüge und Perspektiven eröffnet, die sich beim Lesen in der üblichen Buchreihenfolge nicht erschließen würden, für das Verständnis des Alten Testaments aber hilfreich sind.

Im vierten und letzten Teil (Kapitel 11-12) wird ein Ausblick in die Zeit zwischen den Testamenten und die Fortführung von thematischen Linien ins Neue Testament hinein gegeben.

Der Band wird durch ein recht ausführliches Literaturverzeichnis und einem (gerade bei thematischen Darstellungen sehr nützlichem) Bibelstellenverzeichnis abgerundet. Er ist eine große Bereicherung für alle, die sich mit den großen Leitlinien des Alten Testaments auseinandersetzen wollen und füllt im evangelikalen Bereich eine wichtige Lücke. Durch die Kombination eines thematischen und kanonischen Ansatzes wird zudem eine neue Sichtweise auf das Alte Testament und seine Botschaft eröffnet. Dies wird auch durch einige wenige Inkonsistenzen in der Formatierung (uneinheitliche Einrückungen, ein erwähnter, aber im Inhaltsverzeichnis nirgendwo ersichtlicher „Teil 4“ bzw. „Teil IV“, unterschiedliche Formatierungen von Abbildungen u. Ä.) nicht geschmälert.