LiteraturBuchbesprechungen

ICH BIN – Die Selbstoffenbarung Jesu in den Bildreden des Johannesevangeliums

Facius, Daniel. ICH BIN. Die Selbstoffenbarung Jesu in den Bildreden des Johannesevangeliums. VKW: Bonn 2016. 163 S. Paperback: 14,80 Euro. ISBN: 978-3-86269-120-3.

Daniel Facius ist promovierter Jurist und hat einen Master der Theo­logie. In dem vorliegenden Buch, das auf seiner Masterarbeit basiert, beschäftigt er sich mit den „Ich bin“-Worten Jesu aus dem Johannesevangelium. Zunächst gibt der Autor einen guten Überblick über die Verwendung von „Ich bin“-Konstruktionen im ganzen Neuen Testament und in der Septuaginta. Danach beleuchtet er äquivalente Formulierungen im hebräischen Alten Testament und erörtert die theologische Bedeutung der „Ich bin“-Formel (Selbstidentifikation, Rekognitionsformel, Botenformel und alttestamentliche Offenbarungsformel). Dann wendet er sich den sieben „Ich bin“-Worten des Johannesevangeliums zu. Der Autor interpretiert jedes einzelne dieser sieben Worte auf dem Hintergrund des Alten Testamentes und der jüdischen (rabbinischen) Theologie und stellt am Ende jedes Abschnitts als Fazit fest, dass alle sieben „Ich bin“- Worte Jesus als den im Alten Testament verheißenen Messias ausweisen, der zugleich eins ist mit Gott und daher selbst Gott ist.

Facius sucht in seiner sorgfältig erarbeiteten Studie stets das Gespräch mit der kritischen Universitätstheologie und kann überzeugend darlegen, dass die „Ich bin“ – Worte Jesu keineswegs von gnostisch-mandäischen Quellen abhängen, sondern Ausdruck des einzigartigen Seins Jesu sind; sie sind ein „terminus technicus, der den exklusiven Anspruch seiner Person wie seines messianischen Werkes“ beschreiben (S. 28).

Das Buch ist flüssig und gut lesbar geschrieben. Und obwohl der Autor auf hohem wissenschaftlichem Niveau fundiert argumentiert und auch schwierigen literarkritischen Fragen nicht aus dem Weg geht, kann das Werk von jedem an theologischen Fragen interessierten Leser mit viel Gewinn studiert werden. Hilfreich wäre es für den Leser, der des Griechischen und Hebräischen nicht kundig ist, wenn den im Text abgedruckten hebräischen und griechischen Bibelstellen eine deutsche Übersetzung beigefügt worden wäre. Dies könnte in der zweiten Auflage ja nachgeholt werden.