LiteraturBuchbesprechungen

Buch: Frau sein, Mann sein in der Gemeinde

Die Ehe wird heutzutage immer weiter aufgeweicht. Wie dagegen die biblische Sicht auf die Stellung von Mann und Frau in der Ehe aussieht, zeigt dieses Buch.

Arno Hohage, Hartmut Jaeger, Joachim Pletsch, Dieter Ziegeler (Hrsg.), Frau sein, Mann sein in der Gemeinde. Brennpunkt Frauenfrage, Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft 2012. 155 S. Taschenbuch: 5,90 €. ISBN 978-3-89436-958-3.

Frau sein Mann sein in der GemeindeDie moderne, säkularisierte Gesell­schaft unserer Tage hat sich gründlich und umfassend vom biblischen Verständnis der Geschlechter verabschiedet. Nachdem schon vor Jahren die völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau im Grundgesetz festgeschrieben worden ist, wird heute im Zuge der Gender-Mainstreaming-Bewegung die Einebnung der Geschlechterunterschiede kraftvoll vorangetrieben. Dabei wird von Teilen der Verantwortlichen bewusst in Kauf genommen, dass die traditionelle Ehe und Familie mehr und mehr unter Druck gerät und nur noch als eine Lebensform unter anderen anerkannt wird. Manche christlichen Gemeinden haben sich diesen Entwicklungen angepasst; andere möchten den biblischen Vorgaben zur Rolle von Mann und Frau treu bleiben und fragen, wie dies unter den heutigen Umständen möglich sein kann.

Hier setzt das vorliegende Buch an. Es gibt zunächst einen kurzen Überblick über die Stellung der Frau in früheren Jahrhunderten, gesteht Fehlentwicklungen in der Vergangenheit ein, fragt dann nach den Aussagen der Bibel zur Stellung der Frau und legt dar, dass diese Aussagen keineswegs einen zeitlich begrenz­ten Charakter ha­ben, sondern auch heute noch gelten. Besonders die oftmals Widerspruch provozie­renden Periko­pen zum Verhalten der Frau in der Gemeinde (1 Korinther 11,3ff.; 14,33ff. und 1 Timotheus 2,8ff.) werden untersucht. Auflockernd in die exegetischen Kapitel eingestreut sind Beiträge von Frauen, die zeugnishaft darlegen, wie sie mit den biblischen Vorgaben zur Rolle der Frau konstruktiv umgehen.

Etwas kurz gerät das biblische „Anfor­derungsprofil für den Mann“. Überhaupt hätte die Thematik „Wie kann man Männer stärker für die Mitarbeit in der Gemeinde gewinnen?“ ausführlicher behandelt werden dürfen. Dennoch ist das Buch lesenswert. Es stellt sich mutig dem Zeitgeist in den Weg und hält an den biblischen Aussagen fest, die sich mit ihrer Forderung nach der Unterordnung der Frau unter den Mann dem Frauenbild der Moderne entgegenstellen. Weitere Auflagen sind dem Büchlein zu wünschen. Dabei sollte das Inhaltsverzeichnis ab Seite 89 korrigiert werden.