Rund um den Erdball können wir ein Phänomen beobachten, das zur menschlichen Natur zu gehören scheint: die Hoffnung auf einen Retter. In der Politik ist es der „starke Mann“, der verspricht, die Nation zur alten oder neuen Größe zu führen. Viele glauben es und folgen ihm. Ist er vielleicht sogar von Gott geschickt? In der Popkultur werden „Idole“ von Fans „angebetet“. Musiker oder Influencerinnen sind verehrte Vorbilder – für was eigentlich? Auch Religionen teilen die Hoffnung: Der Islam erwartet nach Mohammed den gerechten „Mahdi“ als Heilsbringer, Juden den Elia und den Messias. Im Hinduismus verehrt man Gurus, in denen sich vielleicht Götter zeigen. Obwohl sie es besser wissen müssten, mögen Menschen Heilsversprechen von Politikern mehr als sachliche Analysen der Situation und tastende Versuche, Probleme zu lösen. Sie lassen sich auch von ernüchternden Wahrheiten über ihre Hoffnungsträger kaum beeinflussen. Die können lügen, betrügen, selbstverliebt und menschenverachtend sein, von Drogen abhängig oder als Staatschefs über Leichen gehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, lange nach der Wahrheit.
Aus biblischer Sicht kann man sagen, dass es Gott selbst war, der uns Menschen diese Hoffnung auf einen Retter eingepflanzt hat. Obwohl die Hoffnung oft irrational erscheint, war es kein Fehler, denn sie sollte sich auf Gott selbst richten. Sie ist in der Schöpfung in der Gottebenbildlichkeit des Menschen angelegt. Denn der Mensch wurde zur Beziehung mit seinem Gott erschaffen. Und diese Beziehung beinhaltet, dass wir unsere Hoffnung auf Gott setzen, von dem alles kommt und der allein wirklich helfen kann. Nach dem Sündenfall mit seinen bösen Folgen auf allen Ebenen des Lebens hat Gott die Hoffnung auf einen Retter immer wieder genährt, indem er ankündigte, dass sein Retter kommen würde, um die Menschen zu erlösen. Die Bibel hat das sogar als Hauptthema: „Wartet und hofft auf den göttlichen Retter!“
Doch diese Hoffnung richtete sich schon in Israel immer wieder auf trügerische „Retter“. Gottes Antwort ist deutlich (Jer 17,13): „Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen, müssen zuschanden werden …“. So stark wie die Hoffnung auf einen Retter scheint auch die Verführbarkeit der Menschen zu sein. Sie fallen regelmäßig auf die Falschen herein und lehnen den wahren Retter ab. Als der versprochene Retter Gottes, Jesus Christus, kam, da wurde er von fast allen abgelehnt. Pilatus stellte das Volk vor die Wahl, ob sie den unschuldigen Jesus frei sehen wollten oder den Verbrecher Barabbas. Sie wählten sich den Mörder und wollten nicht, dass Jesus Herr über sie wäre. Petrus hält es ihnen vor: „Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und darum gebeten, dass man euch den Mörder schenke“ (Apg 3,14).
Um es klar zu sagen: Wenn wir nicht auf windige Typen mit allerlei Heilsversprechen hereinfallen wollen, dann brauchen wir die feste Bindung an den wahren Retter Jesus Christus. Wir kennen ihn durch das Wort Gottes und können so auf ihn hoffen. Er wird wiederkommen und sein Heil sichtbar machen. Ihm allein steht deswegen auch unsere ganze Hoffnung zu. Doch ohne die feste Bindung an das Wort Gottes fehlt uns die Nüchternheit und der nötige Durchblick.