LiteraturBuchbesprechungen

Café-Theologie

Michael Lloyd, Professor für Theologie und Dogmatik und Rektor der Wycliffe Hall in Oxford, möchte den Leser „mitnehmen auf eine faszinierende Reise durch zentrale Stationen des christlichen Glaubens“. Der etwas merkwürdige Titel entspringt dem Wunsch des Autors, aufzuzeigen, dass man als Christ nicht die „schönen Dinge des Lebens“ aufgeben muss (wozu er „mit Freunden ins Café gehen“ zählt). In zehn Kapiteln untersucht er dabei zentrale theologische Topoi wie Schöpfung, Inkarnation, Versöhnung, Geist, Trinität oder Kirche. Dabei zieht er jeweils Schlussfolgerungen, zum Thema Vorsehung etwa „Gottes Absichten berücksichtigen unsere Wahlmöglichkeiten und Entscheidungen“, sie „sind nicht auf eine Nation oder Gruppe beschränkt“ und „uns oft verborgen“, stehen aber „gegen das Böse“. Sie sind „geprägt, ermöglicht und offenbart von Christus“.

Lloyd, Michael: Café-Theologie. Gott, das Universum und das große Ganze. Gießen: Brunnen 2025. 496 S. Paperback. 35,00 €. ISBN: 978-3-7655-2216-1

Jedes Kapitel enthält am Ende einige Reflexionsfragen und Hinweise auf weiterführende Lektüre. Lloyd illustriert seine Ausführungen immer wieder mit Geschichten, Gedichten und Anekdoten und erläutert die zahlreichen Punkte recht knapp. Dadurch ist das Buch unterhaltsam und gut lesbar, ohne allerdings oberflächlich zu werden. Inhaltlich wird es auch konservative Leser trotz des bewusst gewählten ökumenischen Ansatzes überwiegend überzeugen, auch wenn etwa die Befürwortung der Evolutionstheorie eher kritisch zu betrachten ist. Café-Theologie enthält viele bedenkenswerte Einsichten und ist im Hinblick auf das Evangelium auch erfreulich klar. Insofern ist das Buch durchaus empfehlenswert für alle, die etwas komplexere theologische Sachverhalte in einer kurzweiligen Art erleben wollen.