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Eine Apologetik für die Apologetik

Die Berechtigung der Apologetik, im Sinne der Verteidigung des Glaubens und der Verantwortung vor einer Welt ohne Glauben, wird von verschiedener Seite in Zweifel gezogen. Auf die Einwände gibt es aber gute Antworten, die zeigen, dass apologetische Rede ihre Berechtigung hat und von Christen gepflegt werden sollte. Die Bibel selbst fordert die Verteidigung des Glaubens, ebenso tut es die Vernunft. Und schließlich gibt es auch zahlreiche Beispiele dafür, dass Gott Apologetik gebraucht hat.

Das Christentum wird heutzutage ständig angegriffen und es muss verteidigt werden. Es gibt Angriffe von innen durch Sekten und Irrlehren, und es gibt Angriffe von außen durch Atheisten, Skeptiker und andere Religionen. Der Wissenszweig, der sich mit der vernunftmäßigen Verteidigung des christlichen Glaubens befasst, wird Apologetik genannt. Dieses Wort leitet sich vom griechischen Wort apologia (vgl. 1Petr 3,15) ab, was „eine Rechtfertigung, Verantwortung oder Verteidigung geben“ bedeutet.

1. Biblische und außerbiblische Einwände gegen die Verteidigung des Glaubens

Eine Menge von Einwänden wurde gegen die Praxis der Apologetik vorgebracht. Einige versuchen, eine biblische Rechtfertigung dafür vorzubringen, andere basieren auf außerbiblischen Argumenten. Wir wollen zuerst diejenigen betrachten, die auf biblischen Texten basieren.

1.1 Einwände aus der Bibel gegen Apologetik

Die Bibel ist wie ein Löwe; sie muss nicht verteidigt, sondern einfach nur freigelassen werden.

Die Bibel hat es nicht nötig, verteidigt zu werden.
Ein Einwand gegen Apologetik, der oft vorgebracht wird, ist jener, dass die Bibel nicht verteidigt werden muss; sie muss einfach nur ausgelegt werden. Als Beweis wird oft Hebräer 4,12 zitiert: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam…“ Es wird oft gesagt, dass die Bibel wie ein Löwe ist; sie muss nicht verteidigt, sondern einfach nur freigelassen werden. Ein Löwe kann sich selbst verteidigen. Einiges spricht gegen diese Sichtweise.

Erstens wirft das Argument die Frage auf, ob die Bibel Gottes Wort ist oder nicht. Selbstverständlich ist Gottes Wort endgültig und es spricht für sich selbst. Aber woher wissen wir, dass die Bibel Gottes Wort ist, im Gegensatz zum Koran, dem Buch Mormon oder anderen Büchern? Man benötigt einen Beweis, um feststellen zu können, welches der sich widersprechenden Bücher wirklich Gottes Wort ist.

Zweitens würde kein Christ den Anspruch eines Muslims „der Koran ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert…“ ohne Frage akzeptieren. Wir würden einen Beweis fordern.

Drittens ist die Analogie mit dem Löwen irreführend. Das Brüllen eines Löwen hat nur deshalb Autorität, weil wir aus vorheriger Kenntnis wissen, was ein Löwe tun kann. Ohne die Erzählungen über die Wildheit eines Löwen hätte sein Gebrüll nicht die gleiche Respekt einflößende Wir­kung auf uns. Wenn es keinen Beweis gibt, der jemandes Anspruch auf Autorität untermauert, gibt es auch kein gutes Argument, diese Autorität anzuerkennen.

Jesus weigerte sich, einem bösen Geschlecht Zeichen zu geben.
Einige argumentieren, dass Jesus Menschen zurückwies, die Zeichen forderten. Folglich sollten wir uns damit zufrieden geben, einfach zu glauben ohne Beweise. Tatsächlich hatte Jesus gelegentlich Menschen zurückgewiesen, die Zeichen suchten. Er sagte: „Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen!“ (Mt 12,39; Lk 16,31). Trotzdem bedeutet das nicht, dass Jesus nicht verlangte, dass die Menschen die Beweise prüften, bevor sie aus verschiedenen Gründen glaubten.

Erstens fuhr Jesus genau in dieser Passage fort und gab seine Auferstehung als ein Zeichen dafür an, wer er war, indem er sagte: „ Und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten.“ (Mt 12,39-40) Ebenso lieferte Paulus Beweise für die Auferstehung (in 1Kor 15). Und Lukas spricht von „ vielen sicheren Kennzeichen“ (Apg 1,3) der Auferstehung.

Zweitens, als Johannes der Täufer fragte, ob er der Christus sei, führte Jesus Wunder als Beweis an, indem er sagte:

„Geht hin und verkündet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde werden sehend, und Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt“ (Mt 11,5).

Als er den Schriftgelehrten antwortete, sagte er: „Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – spricht er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett auf und geh in dein Haus“ (Mk 2,10-11).

Nikodemus sagte zu Jesus: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm“ (Joh 3,2).

Der Zweck der Wunder von Jesus war apologetisch, und zwar, um seine Botschaft zu bestätigen.

Drittens lehnte Jesus nur Menschen ab, die ausschließlich Zeichen suchten, oder solche, die durch Wunder unterhalten werden wollten. Tatsächlich weigerte er sich, ein Wunder zu tun, nur um König Herodes‘ Neugier zu befriedigen (Lk 23,8). Bei anderen Gelegenheiten konnte er keine Wunder tun wegen ihres Unglaubens (Mt 13,58), weil er „keine Perlen vor die Schweine werfen“ wollte. Der Zweck von Jesus‘ Wundern war apologetisch, und zwar, um seine Botschaft zu bestätigen (vgl. 2Mo 4,1f; Joh 3,2; Hebr 2,3-4). Das tat er im Übermaß, denn er war „Jesus, der Nazoräer, ein Mann, der von Gott euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat…“ (Apg 2,22).

Paulus hatte am Areopag mit dem Gebrauch von Vernunft keinen Erfolg und verwarf diese Methode später.
Gegner von Apologetik argumentieren manchmal, dass Paulus nicht erfolgreich war bei seinem Versuch, die Denker auf dem Areopag zu erreichen (Apg 17), und diese Methode verwarf und später zu den Korinthern sagte, dass er „nur Jesus Christus wissen“ (1Kor 2,2) wollte. Diese Interpretation beruht jedoch auf einem falschen Textverständnis.

Erstens hatte Paulus auf dem Marshügel Erfolg, denn einige Menschen wurden gerettet, einschließlich ein Philosoph. Der Text sagt deutlich, „Einige Männer aber schlossen sich ihm an und glaubten, unter denen auch Dionysius war, der Areopagit, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen“ (Apg 17,34).

Zweitens lässt Paulus weder in der Apostelgeschichte noch im 1. Korin­ther­brief irgendwelche Reue oder auch nur Bedauern darüber erkennen, was er auf dem Areopag getan hat. Da wird etwas in den Text hineingelesen, was einfach nicht da ist.

Drittens ist Paulus‘ Feststellung, Jesus zu verkündigen und nur Jesus, keine Änderung des Inhalts von Paulus´ Predigt. Das tat er überall. Sogar den Philosophen „verkündigte er das Evangelium von Jesus und der Auferstehung“ (Apg 17,18 vgl. V 31). Also war nichts Besonderes daran, was er verkündigte; es war nur besonders, wie er es tat.

Paulus passte den Ausgangspunkt seiner Predigt darauf an, wo seine Zuhörerschaft stand. Mit den Heiden in Lystra begann er mit einer Berufung auf die Natur (Apg 14) und endete damit, ihnen Jesus zu verkündigen. Mit den Juden begann er im AT und schritt fort zu Christus (Apg 17,2-3). Aber mit den griechischen Denkern begann Paulus mit der Schöpfung und der Notwendigkeit eines Schöpfers und ging weiter zu seinem Sohn Jesus, der gestorben und wieder auferstanden war (Apg 17,24f).

Nur Glaube, nicht Vernunft, kann Gott gefallen
Hebr 11,6 besteht darauf, dass „es ohne Glauben aber unmöglich ist, ihm wohlzugefallen.“ Das scheint gegen die Notwendigkeit von Vernunft zu sprechen. Es könnte sogar so aussehen, als würde es Gott missfallen, wenn man nach Gründen fragt, anstatt einfach zu glauben. Als Antwort auf dieses Argument gegen Apologetik müssen zwei wichtige Punkte angemerkt werden.

Erstens sagt der Text nicht, dass es durch Vernunft unmöglich ist, Gott zu gefallen. Er sagt lediglich, dass man ohne Glauben Gott nicht gefallen kann. Das verhindert nicht, dass die Vernunft den Glauben begleiten kann, bzw. vernünftigen Glauben.

Gott fordert uns dazu auf, unsere Vernunft zu benutzen.

Zweitens fordert uns Gott dazu auf, unsere Vernunft zu gebrauchen (1Petr 3,15). Tatsächlich hat er „klare“ (Röm 1,20) und „sichere Kennzeichen“ (Apg 1,3) gegeben, damit wir nicht blinden Glauben praktizieren müssen.

Drittens schließt dieser Text im Hebräerbrief „Überzeugung“ nicht aus, sondern setzt diese sogar voraus, denn Glaube wird „die Überzeugung“ von Dingen genannt, die wir nicht sehen (Hebr 11,1). Zum Beispiel rechtfertigt die Überzeugung, dass jemand ein vertrauenswürdiger Zeuge ist, mein Vertrauen in seine Aussage darüber, was er gesehen hat und ich nicht. Ebenso ist unser Glaube an „Dinge, die man nicht sieht“ (Hebr 11,1) gerechtfertigt durch unsere Überzeugung, dass Gott existiert, was „in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut werden kann“ (Röm 1,20).

Paulus sagte, dass Gott nicht mit menschlicher Vernunft erkannt werden kann, als er schrieb: „die Welt erkannte Gott nicht durch die Weisheit“ (1Kor 1,21).
Das kann jedoch nicht bedeuten, dass es keinen Beweis für Gottes Existenz gibt, zumal Paulus im Römerbrief erklärte, dass der Beweis für Gottes Existenz so „deutlich“ ist, dass sogar die Heiden „ohne Entschuldigung“ (Röm 1,19-20) sind. Weiter ist der Kontext im 1. Korintherbrief nicht Gottes Existenz, sondern sein Plan der Errettung durch das Kreuz. Das kann nicht durch bloße menschliche Vernunft, sondern nur durch göttliche Offenbarung erkannt werden. Es ist „Torheit“ für den verdorbenen menschlichen Geist.

Darüber hinaus ist die „Weisheit“, von der er spricht, „die Weisheit der Welt“, nicht die Weisheit Gottes. Paulus nannte einen Sophisten einen „Wortstreiter dieses Zeitalters“ (V. 20). Sophisten debattieren oft nur um der Diskussion willen. Das bringt niemanden zu Gott.

Weiter bezieht sich Paulus hinsichtlich der Welt, die Gott nicht durch Weisheit erkennt, nicht darauf, dass menschliche Wesen unfähig sind, Gott durch den Beweis zu erkennen, den er durch die Schöpfung (Röm 1,19-20) und das Gewissen (Röm 2,12-15) offenbart hat. Es ist vielmehr ein Bezug auf die verdorbene und törichte menschliche Zurückweisung der Botschaft vom Kreuz.

Schließlich führt Paulus gerade im 1. Korintherbrief seinen größten apologetischen Beweis für den christlichen Glauben an – die Augenzeugen der Auferstehung von Christus, die sein Begleiter Lukas „ viele sichere Kennzeichen“ (Apg 1,3) nennt.

Obwohl der Mensch durch menschliche Vernunft Gottes Existenz deutlich erkennt, „unterdrückt“ er oder „hält diese Wahrheit nieder“ durch die Ungerechtigkeit.

Freilich, obwohl der Mensch durch menschliche Vernunft Gottes Existenz deutlich erkennt, „unterdrückt“ er oder „hält diese Wahrheit nieder“ durch die Ungerechtigkeit (Röm 1,18). Also ist es das Vorhandensein eines solch starken Beweises, der ihn „ohne Entschuldigung“ (Rö. 1,20) bleiben lässt.

Der natürliche Mensch kann geistliche Wahrheiten nicht verstehen.
Paulus bestand darauf, dass „ein natürlicher Mensch nicht annimmt, was des Geistes Gottes ist.“ (1Kor 2,14) Sie können es nicht „erkennen“. Was für einen Sinn hat also Apologetik? Als Antwort auf dieses Argument gegen Apologetik sollten zwei Dinge beachtet werden.

Erstens sagt Paulus nicht, dass natürliche Menschen die Wahrheit über Gott nicht erkennen können, sondern nur, dass sie diese nicht annehmen (griech: dekomai, eine Gabe gern und willig annehmen). Tatsächlich stellte Paulus ausdrücklich fest, dass die grundlegenden Wahrheiten über Gott „wahrgenommen und geschaut“ werden (Röm 1,20). Das Problem besteht nicht darin, dass die Ungläubigen Gottes Existenz nicht wahrnehmen, sondern dass sie ihn nicht akzeptieren wollen wegen der moralischen Konsequenzen, die das für ihr sündiges Leben zur Folge hätte.

Zweitens besagt 1Kor 2,14, dass sie nicht „erkennen“ (griech: ginosko), was Wissen aufgrund von Erfahrung bedeuten kann. Mit anderen Worten, sie erkennen Gott mit ihrem Denken (Röm 1,19-20), aber haben ihn nicht in ihren Herzen angenommen (Röm 1,18). Die Bibel sagt „Der Tor spricht in seinem Herzen: ,Es ist kein Gott!‘“ (Ps 14,1).

Nur der Heilige Geist kann jemanden zu Christus bringen.
Die Bibel sagt, dass die Errettung das Werk des Heiligen Geistes ist. Er alleine kann überführen, überzeugen und bekehren (Joh 16,8; Eph 2,1; Tit 3,5-7). Das ist selbstverständlich wahr, und kein gläubiger Christ leugnet das. Trotzdem müssen dabei zwei Dinge bedacht werden.

Es wirkt der vernünftige Heilige Geist, der einen triftigen Grund benutzt, um vernunftbegabte Menschen zu erreichen.

Erstens lehrt die Bibel nicht, dass der Heilige Geist das immer abseits von Vernunft und Hinweisen tut. Es wirkt nicht entweder der Heilige Geist oder die Vernunft. Vielmehr ist es der vernünftige Heilige Geist, der einen triftigen Grund benutzt, um vernunftbegabte Menschen zu erreichen. Die Wirkungsursache von Errettung ist immer Gott, apologetische Argumente können jedoch Hilfsmittel sein, die der Heilige Geist benutzt, um jemanden zu Christus zu bringen.

Zweitens glauben Apo­logeten nicht, dass Apologetik irgend jemanden rettet. Apologetik stellt lediglich Hinweise zur Verfügung, anhand derer Menschen vernunftmäßige Entscheidungen treffen können.

Sie gibt nur Hinweise darauf, dass das Christentum wahr ist. Jemand muss trotzdem diesen Glauben an Christus haben, um errettet zu werden. Apologetik führt nur das „Pferd“ zum Wasser. Einzig der Heilige Geist kann überzeugen es auch zu trinken.

Apologetik wird in der Bibel nicht benutzt.
Wenn Apologetik biblisch ist, warum sehen wir nicht, dass es in Bibel praktiziert wird? Es gibt zwei grundlegende Ursachen für dieses Missverständnis.

Erstens wurde die Bibel insgesamt nicht für Ungläubige, sondern für Gläubige geschrieben. Weil diese ja bereits an Gott, Christus usw. glauben, sind sie bereits von diesen Wahrheiten überzeugt. Daher ist Apologetik in erster Linie an diejenigen gerichtet, die nicht glauben, damit sie einen Grund zum Glauben haben.

Zweitens wird Apologetik, entgegen der Behauptung von Kritikern, in der Bibel benutzt.

Jesus war ständig mit Apologetik beschäftigt, indem er durch Zeichen und Wunder bewies, dass er der Sohn Gottes war.

  1. Das erste Kapitel Genesis begegnet den mythologischen Darstellungen der Schöpfung zu dieser Zeit.
  2. Moses Wunder in Ägypten waren eine Apologetik, dass Gott durch ihn gesprochen hat (2Mo 4,1-9).
  3. Elia betrieb am Berg Karmel Apologetik, als er auf wunderbare Weise bewies, dass Jahwe der wahre Gott ist und nicht Baal (1Kön 18).
  4. Wie wir schon an anderer Stelle gezeigt haben, war Jesus ständig mit Apologetik beschäftigt, indem er durch Zeichen und Wunder bewies, dass er der Sohn Gottes war (Joh 3,2; Apg 2,22).
  5. Der Apostel Paulus betrieb Apolo­getik in Lystra, als er den Heiden anhand der Natur bewies, dass es einen höchsten Gott des Universums gibt und dass Götzenverehrung falsch ist (Apg 14).
  6. Den klassischen Fall für Apologetik finden wir im Neuen Testament in Apg. 17, als Paulus mit den Philosophen auf dem Areopag diskutiert. Er benutzt nicht nur Beweise aus der Natur, dass Gott existiert, sondern auch aus der Geschichte, dass Christus der Sohn Gottes ist. Er zitierte sogar heidnische Denker, um seine Argumente zu unterstützen.

1.2 Einwände gegen Apologetik von außerhalb der Bibel

Die Anführung dieser Einwände gegen Apologetik dient lediglich dazu, deren Irrationalität, Unangemessenheit oder Fruchtlosigkeit zu zeigen. Viele davon entspringen einer rationalistischen oder skeptischen Betrachtungsweise. Andere sind fideistisch und lehnen es ab, dass die Vernunft benutzt werden soll, um den Glauben zu unterstützen.

Die menschliche Vernunft kann uns nichts über Gott sagen. Manche Kritiker behaupten, dass uns der menschliche Verstand überhaupt keine Information über Gott liefern kann.

Indem man behauptet, Vernunft könne nicht auf Gott angewendet werden, muss man allein für diese Feststellung Vernunft auf Gott anwenden.

Erstens besagt das, dass Vernunft nicht auf Fragen über Gott angewendet werden kann. Jedoch ist diese Feststellung an sich bereits eine vernunftmäßige Feststellung über das Thema Gott. Indem behauptet wird, Vernunft könne nicht auf Gott angewendet werden, muss man für diese Feststellung Vernunft auf Gott anwenden. Also ist Denken über Gott unausweichlich. Vernunft kann nicht verleugnet werden, ohne benutzt zu werden.

Zweitens kann uns bloße hypothetische Vernunft an sich nicht sagen, ob irgendetwas existiert, einschließlich Gott. Weil aber unbestreitbar etwas existiert (ich zum Beispiel), kann uns die Vernunft viel über die Existenz sagen, einschließlich Gottes Existenz. Wenn zum Beispiel etwas Endliches und Zufälliges existiert, muss auch etwas Unendliches und Notwendiges existieren (d. i. Gott). Und wenn Gott existiert, ist es unwahr, dass Er nicht existiert. Und wenn Gott ein notwendiges Wesen ist, kann Er nicht nicht existieren. Überdies, wenn Gott der Schöpfer ist und wir Geschöpfe, dann sind wir nicht Gott. Ebenso, wenn die Vernunft uns mitteilt, dass Gott allmächtig ist, dann kann Er keinen Stein machen, der so schwer ist, dass Er ihn nicht heben kann. Denn was auch immer Er erschaffen kann, Er kann es auch heben.

Vernunft ist in religiösen Angelegenheiten nutzlos.
Der Fideismus behauptet, dass Vernunft in Belangen, die Gott betreffen, nutzlos ist. Man muss lediglich glauben. Glaube, nicht Vernunft, ist das, was Gott fordert (Hebr. 11,6). Darauf kann mit einigen Punkten geantwortet werden.

Erstens, schon aus dem biblischen Blickwinkel ruft uns Gott dazu auf, unseren Verstand zu benutzen (Jes. 1,18; 1. Petr. 3,15; Mt. 22,36-37). Gott ist ein rationales Wesen, und Er hat auch uns als rationale Wesen geschaffen. Gott wird nicht den Verstand beleidigen, den er selbst uns gegeben hat, und uns auffordern, diesen in so wichtigen Dingen wie unseren Glaubensvorstellungen über Ihn zu ignorieren.

Zweitens ist dieser Standpunkt fideistisch und kontraproduktiv. Denn entweder es gibt einen Grund, warum wir über Gott nicht logisch denken sollen, oder es gibt keinen. Wenn es einen gibt, dann schlägt er sich selbst, indem er Vernunft benutzt, um uns zu sagen, dass wir keine Vernunft benutzen sollen. Wenn Fideismus keinen Grund hat, Vernunft nicht zu benutzen, dann gibt es keinen Grund für dessen Standpunkt, in welchem Fall es keinen Grund gibt, warum man Fideismus akzeptieren sollte.

Vernunft ist keine Sache, worüber ein vernunftmäßiges Geschöpf entscheiden kann, ob es daran teilnimmt.

Außerdem genügt es nicht, zu fordern, dass Vernunft für einen Fideisten nur optional ist. Denn entweder bietet der Fideist Kriterien dafür an, wann wir vernünftig sein sollen und wann nicht, oder seine Sicht ist einfach nur willkürlich. Wenn er rationale Kriterien vorschlägt, wann wir vernünftig sein sollen, dann hat er eine vernunftmäßige Basis für seine Sicht. In diesem Fall ist er gar kein Fideist mehr. Vernunft ist keine Sache, worüber ein vernunftmäßiges Geschöpf entscheiden kann, ob es daran teilnimmt. Aufgrund seiner rationalen Natur muss jeder am vernunftmäßigen Diskurs teilnehmen. Und ein rationaler Diskurs verlangt, dass man den Gesetzen der Vernunft folgt.

Einen wichtigen Beitrag lieferte Francis Schaeffer in seinen späten Jahren. Er betonte, dass wir eine vernünftige Herangehens­weise an Apolo­ge­tik brauchen. In seinem Buch Preisgabe der Vernunft zeigt er die Sinnlosigkeit derer, die versuchen, die Vernunft zurückzuweisen. Beständig rügt er diejenigen, die eine „Zweiteilung zwischen Vernunft und Nicht-Vernunft“ machen. Ebenso kritisiert er diejenigen, die die Vernunft entweder zugunsten des „unteren Bereiches“ Materialismus oder des „oberen Bereiches“ Mystizismus aufgeben.1

Man kann Gott oder das Christentum nicht beweisen.
Gemäß diesem Einwand kann die Existenz Gottes mit menschlicher Vernunft nicht bewiesen werden. Die Antwort hängt davon ab, was mit „beweisen“ gemeint ist.

Mathematische Sicherheit ist von Natur aus deduktiv. Sie argumentiert mit vorgegebenen Prämissen.

Erstens, wenn mit „beweisen“ nachweisen mit mathematischer Sicherheit gemeint ist, dann werden die meisten Theisten zustimmen, dass Gottes Existenz nicht auf diese Weise bewiesen werden kann. Der Grund dafür ist, dass sich mathematische Sicherheit nur mit dem Abstrakten befasst und die Existenz Gottes (oder irgendetwas anderes) ist eine Sache gegenständlicher, realer Existenz. Mathematische Sicherheit basiert auf bestimmten Axiomen oder Grundvoraussetzungen, die angenommen werden müssen, um die nötige Schlussfolgerung zu erhalten. Wenn aber Gottes Existenz angenommen werden muss, um bewiesen zu werden, dann basiert die Schlussfolgerung, dass Gott existiert, nur auf der Annahme, dass Er existiert, was überhaupt kein richtiger Beweis ist. Mathematische Sicherheit ist von Natur aus deduktiv. Sie argumentiert mit vorgegebenen Prämissen. Allerdings kann man nicht berechtigt schlussfolgern, was nicht bereits in der/den Prämisse(n) enthalten ist. Unter diesen Umständen muss man schon in der Prämisse annehmen, dass Gott existiert, um das berechtigt in die Schlussfolgerung ableiten zu können. Aber das geht an der eigentlichen Frage vorbei.

Zweitens: wenn wir mit „beweisen“ jedoch mei­nen, „einen aus­reichenden Hin­weis geben“ oder „gute Gründe liefern“, dann kann man der Argumentation folgen, dass man die Existenz Gottes und die Wahrheit des Christentums beweisen kann. Tatsächlich haben viele Apologeten solche Beweise angeboten, und viele Menschen sind nach der Lektüre ihrer Schriften Christen geworden.

Niemand wurde durch Vernunft von religiösen Wahrheiten überzeugt.
Laut diesem Argument wurde niemals jemand durch Vernunft davon überzeugt, eine religiöse Wahrheit anzunehmen. Psychologische, persönliche und subjektive Faktoren veranlassen religiöse Entscheidungen, nicht rationale Argumente. Dieser Einwand ist jedoch aus vielen Gründen offensichtlich falsch.

Zuallererst, wer wurde jemals ein Gläubiger, weil er dachte, dass es irrational und absurd sei. Selbstverständlich glaubt die große Mehrheit der Menschen an Gott oder nimmt Christus deshalb an, weil sie denken, dass das vernünftig ist.

Eine religiöse Entscheidung ist ein Glaubensschritt im Licht des Beweises, nicht ein Glaubenssprung in die Dunkelheit – in die Abwesenheit von Beweisen.

Zweitens bringt dieser Einwand zwei Arten von Glauben durcheinander: glauben an und glauben, dass. Freilich basiert der religiöse Glaube an Gott oder Christus nicht auf Beweisen oder Vernunft. Aber es geht auch nicht ohne diese Dinge. Jede vernunftbegabte Person sieht nach, ob es einen Beweis gibt, dass der Fahr­stuhl einen Boden hat, bevor man einsteigt. Ebenso verlangen alle vernunftbe­gab­ten Menschen einen Beweis, dass ein Flugzeug fliegen kann, bevor sie einsteigen. Also kommt vor dem Glauben, dass… der Glaube an…. Apologetik befasst sich mit dem letzteren. Apologetik liefert Beweise, dass Gott existiert, dass Christus der Sohn Gottes ist und dass die Bibel Gottes Wort ist. Eine religiöse Entscheidung ist ein Glaubensschritt im Licht des Beweises, nicht ein Glaubenssprung in die Dunkelheit – in die Abwesenheit von Beweisen.

2. Gründe für die Notwendigkeit, den Glauben zu verteidigen

Es gibt viele gute Gründe, warum man Apologetik betreiben soll. Zuallererst befiehlt uns Gott, das zu tun. Zweitens verlangt es die Vernunft. Drittens braucht es die Welt. Viertens bestätigen es die Ergebnisse.

2.1 Gott befiehlt uns den Gebrauch von Vernunft.

Der wichtigste Grund, Apologetik zu betreiben, besteht darin, dass Gott uns sagt, dass wir es tun sollen. Immer wieder ermahnt uns das Neue Testament, den Glauben zu verteidigen.

1Petr 3,15 sagt „Haltet den Herrn, den Christus, in euren Herzen heilig! Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechnung von euch über die Hoffnung in euch fordert.“

Dieser Vers sagt einige wichtige Dinge aus: Erstens meint er, dass wir bereit sein sollen. Möglicherweise werden wir nie jemandem begegnen, der die schwierigen Fragen über unseren Glauben stellt, aber wir sollten trotzdem für diesen Fall bereit sein. Bereit sein beschränkt sich jedoch nicht nur darauf, die richtige Antwort parat zu haben, sondern besteht auch darin, eine Haltung der Bereitschaft und des Eifers zu haben, die Wahrheit, an die wir glauben, mit anderen zu teilen.

Zweitens sollen wir denen vernünftig antworten, die Fragen stellen (vgl. Kol 4,5-6). Es ist nicht zu erwarten, dass jeder diese Vor-Evangelisation braucht, aber wenn es jemand braucht, dann müssen wir bereit und willig sein, ihm zu antworten.

Schließlich besteht eine Verbindung zwischen der Anwendung von Vernunft in der Vor-Evangelisation und dabei, Christus zum Herrn in unseren Herzen zu machen. Wenn Er wirklich Herr ist, dann sollten wir Ihm gehorchen, indem wir „Vernünfteleien zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi“ (2Kor 10,5). In anderen Worten, wir sollen den Themen in unserer eigenen Denkweise und in den geäußerten Gedanken der anderen entgegentreten, die sie daran hindern, Gott zu erkennen. Das ist es, worum es bei Apologetik geht.

In Phil 1,7 spricht Paulus von seiner Mission als einer „Verteidigung und Bekräftigung des Evangeliums“. Er fügt in Vers 16 hinzu:

„Ich bin zur Verteidigung des Evangeliums eingesetzt“.

Und wir sind da, wo wir sind, auch dazu da, um es zu verteidigen.

Judas 3 erklärt:

„Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schrei­ben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.“

Apologetik ist ein Ausdruck von Barmherzigkeit.

Die Menschen, an die Judas schreibt, wurden von falschen Lehrern angegriffen und er musste sie ermutigen, den Glauben zu schützen (wörtlich: sich abmühen), wie er ihnen durch Christus geoffenbart worden war. Judas macht eine wichtige Aussage über unsere Haltung, in der wir das tun sollen, wenn er sagt, „Und der einen, die zweifeln, erbarmt euch.“ (Jud 22) Apologetik ist folglich ein Ausdruck von Barmherzigkeit.

Titus 1,9 macht das Wissen von christlichen Beweisen zu einer Anforderung für Gemeindeleiter.

Ein Ältester in der Gemeinde soll „an dem der Lehre gemäßen zuverlässigen Wort festhalten, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechen­den zu überführen.“

In 2Tim 2,24-25 erklärt Paulus:

Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, sondern gegen alle milde sein, lehrfähig, duldsam, und die Widersacher mit Sanftmut zu­recht­weisen und hoffen, ob ihnen Gott nicht etwa Buße gebe zur Erkenntnis der Wahrheit.

Jeder, der versucht, die Fragen von Ungläubigen zu beantworten, wird sicherlich ungerecht behandelt werden und in Versuchung fallen, die Geduld zu verlieren. Es ist jedoch unser endgültiges Ziel, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, dass Christus für ihre Sünden gestorben ist.

Tatsächlich ist das Gebot, die Ver­nunft zu benutzen, Teil des größten Gebots, denn Jesus sagte:

„,Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das größte und das erste Gebot.“ (Mt 22,37-38).

2.2 Die Vernunft fordert es.

Gott hat uns mit menschlichem Verstand geschaffen. Es ist Teil Seines Ebenbildes in uns (1Mo 1,27 vgl. Kol 3,10). Das unterscheidet uns ja von „unvernünftigen Tieren“ (Jud 10). Gott fordert uns dazu auf, unseren Verstand zu benutzen (Jes. 1,18), um die Wahrheit vom Irrtum zu unterscheiden (1Joh 4,6); um Richtig und Falsch auseinanderzuhalten (Heb 5,14), und um einen echten und einen falschen Propheten zu erkennen (5Mo 18,19-22).

Der ungeprüfte Glaube ist nicht wert, dass man ihn hat.

Ein grundlegendes Prinzip der Vernunft besteht darin, dass wir genügend Gründe für das haben sollen, was wir glauben. Ein unberechtigter Glaube ist genau das – unberechtigt. Geschaffen als vernunftbegabte Geschöpfe und nicht als „unvernünftige Tiere“ (Jud. 19) wird von uns erwartet, dass wir den Verstand nutzen, den uns Gott gegeben hat. Sokrates sagte: „Das ungeprüfte Leben ist es nicht wert, gelebt zu werden.“ Ebenso ist der ungeprüfte Glauben nicht wert, dass man ihn hat. Deshalb obliegt es Christen, „Rechenschaft über ihre Hoffnung zu geben“ (1. Petr. 3,15). Das ist Teil des großen Gebots, Gott zu lieben mit unserem ganzen Verstand, ebenso wie mit unserem Herzen und unserer Seele (Mt. 22,36-37).

2.3 Die Welt braucht es.

Viele Menschen weigern sich, zu glauben ohne Beweise, und das ist richtig. Da uns Gott als rationale Wesen geschaffen hat, erwartet Er von uns nicht, dass wir irrational leben. Er möchte, dass wir nachschauen, bevor wir springen. Das bedeutet nicht, dass es keinen Raum für Glauben gibt. Gott möchte, dass wir einen Glaubensschritt im Licht tun – im Licht des Beweises. Er möchte nicht, dass wir ins Dunkle springen.

Wir sollen einen Beweis dafür haben, dass etwas wahr ist, bevor wir unseren Glauben darauf setzen. Es wird zum Beispiel kein vernünftiger Mensch in einen Fahrstuhl steigen, bevor er sich davon überzeugt hat, dass dieser ihn hält. Ebenso wird kein vernünftiger Mensch in ein Flugzeug einsteigen, das einen zerbrochenen Flügel hat und wo es am Ende herausqualmt. Glauben, dass kommt vor dem Glauben an. Beweis und Vernunft sind wichtig, um den Glauben, dass zu begründen. Einmal begründet, kann man seinen Glauben darauf setzen. Daher braucht der vernunftbegabte Mensch einige Beweise, dass Gott existiert, bevor er seinen Glauben auf Gott setzt. Ebenso brauchen vernunftbegabte Ungläubige Beweise für den Anspruch, dass Jesus Gottes Sohn ist, bevor sie Ihm vertrauen.

2.4 Die Ergebnisse bestätigen es.

Es gibt den weitverbreiteten Irrtum unter vielen Christen, dass Apologetik niemals hilft, jemanden zu Christus zu bringen. Das ist eine ernsthafte Fehldarstellung der Tatsachen.

Die Bekehrung des Heiligen Augustinus
Es gab einige wichtige rationale Wendepunkte in Augustinus´ Leben, bevor er Christ wurde. Zuerst durchdachte er den manichäischen Dualismus. Ein wichtiger Wendepunkt war hier der Erfolg einen jungen christlichen Disputanten des Manichäismus namens Helpidius.2

Zweitens durchdachte Augustinus den totalen Skeptizismus und erkannte dessen selbstzerstörerische Natur.

Drittens informiert uns Augustinus, wenn er nicht Plotin studiert hätte, wäre er niemals imstande gewesen, sich ein geistliches Wesen vorzustellen, geschweige denn, an ein solches Wesen zu glauben.3

Die Bekehrung des Frank Morison
Dieser kritische Anwalt machte sich auf, das Christen­tum zu widerlegen, indem er zeigen wollte, dass die Auferstehung niemals stattgefunden hat. Die Untersuchung endete mit seiner Bekehrung und einem Buch mit dem Titel Wer wälzte den Stein?. Das erste Kapitel lautet „Das Buch, das nicht geschrieben werden wollte“.4

Die Bekehrung des Simon Greenleaf
Zur Jahrhundertwende wurde der Professor für Rechtswissenschaft in Harvard, der ein Buch über gerichtliche Beweisführung schrieb, von Studenten herausgefordert, die Regeln gerichtlicher Beweisführung auf das Neue Testament anzuwenden, um zu sehen, ob dessen Zeugenaussage gerichtsfest ist. Das Ergebnis war ein Buch mit dem Titel The Testimony of the Evangelists, in welchem er sein Vertrauen in die grundlegenden Dokumente des christlichen Glaubens ausdrückt.

Die Resultate von Debatten
Viele Menschen wurden zum Christentum hingeführt aufgrund von Debatten, die wir mit Atheisten und Skeptikern geführt hatten. Nach einer Debatte des Philosophen Michael Scriven von der Berkeley University über das Thema „Ist das Christentum glaubwürdig?“ stimmte das Publikum der Calgary University drei zu eins zugunsten des Christentums. Die Campuszeitung schrieb: „Atheist versagte, die Christen auf dem Campus zu konvertieren!“

Nach einer Debatte über die Rationalität des Glaubens an das Christentum mit dem Vorsitzenden der Philosophischen Fakultät der Universität von Miami veranstaltete die christliche Studenten­ver­einigung ein Nach­treffen. Der atheistische Professor nahm daran teil und äußerte Zweifel an der Sicht, die er in der Debatte vertreten hatte. Es wurde berichtet, das ungefähr 14 Personen, die zur Debatte anwesend waren, eine Entscheidung für Jesus trafen.

Nach einer Debatte über die Moon-Sekte an der Northwestern University in Evanston, Illinois, stellt ein Moon-Mädchen einige Fragen über das Christentum. Ich konnte sehen, dass sie davon überzeugt war, dass die Vereinigungskirche nicht die Wahrheit lehrte. Nachdem ich kurz mit ihr gesprochen hatte, stellte ich sie einer weiblichen christlichen Studentin vor, die sie zu Christus führte.

Als wir in unserer Gemeinde das Evangelium dem nichtgläubigen Don Bly erklärten, teilte er uns mit, dass er Atheist war. Nachdem wir mit ihm über Atheismus und unvoreingenommenen Agnostizismus gesprochen hatten, willige er ein, Frank Morisons Buch zu lesen. Der Beweis von Christi Auferstehung überzeugte ihn und wir hatten das Privileg, ihn zu Christus zu führen. In der Folgezeit führte er seine Familie zu Christus und wurde Gemeindeleiter in einer Gemeinde im Süden von St. Louis.

Die Resultate aus der Lektüre apologetischer Schriften

Ich habe viele Briefe von Menschen erhalten, die sich nach dem Lesen apologetischer Bücher zum Glauben an Jesus hinwandten.

Ich habe schon eine große Anzahl von Briefen und Berichten von Menschen erhalten, die sich dazu hingewandt haben, an die Existenz Gottes oder an Jesus zu glauben, nachdem sie apologetische Bücher gelesen haben. Gott benutzte die darin enthaltenen Argumente als ein Instrument, Menschen zu Christus zu bringen.

Der ehemals berüchtigtste Atheist der Welt5 schrieb:

„Ich behaupte nicht, dass ich irgendeine persönliche Erfahrung mit Gott oder überhaupt eine Erfahrung übersinnlicher oder übernatürlicher Art gemacht habe. Kurzum, meine Entdeckung des Göttlichen war eine Pilgerreise der Vernunft und nicht des Glaubens.“

Der bekannte frühere Atheist Francis Collins sagt:

„Nach 28 Jahren als Gläubiger stellt für mich immer noch das Moralgesetz den stärksten Wegweiser zu Gott dar. Mehr als das, es zeigt, dass es einen Gott gibt, der sich um die Menschen kümmert und der unendlich gut und heilig ist.“

Ein Collegestudent schrieb:

„Gott schickt mir Ihr Buch I Don´t Have Enough Faith to Be an Atheist.6 Ich öffnete das Buch mit dem Gedanken, dass ich es mit meiner überlegenen Sichtweise auseinanderreißen würde, und nach ungefähr einem Viertel landete ich dabei, dass ich Gott um Vergebung bat und ihn in meinem Herzen annahm. Seitdem bin ich als Christ exponentiell gewachsen und ich möchte Ihnen für Ihr anregendes Buch danken.“

„Ich habe gerade Why I Am a Christian gelesen, und ich war davon umgehauen. Es ist das vielleicht überzeugendste und einflussreichste christliche Buch, das ich je gelesen habe. Genau das habe ich gesucht. Es gab die Antworten auf jene Straßensperren, die vor meinen Glauben standen…. Ihr Buch drückte den roten Knopf und entzündete die Atombombe meines Glaubens.“

3. Zusammenfassung

Das Christentum wird heutzutage ständig angegriffen und muss verteidigt werden gegen Angriffe von innen durch Sekten und Irrlehren und gegen Angriffe von außen durch Atheisten, Skep­tiker und andere Religionen. Wir haben einen vernünftigen Glauben, und die Bibel befiehlt, dass wir Rechenschaft darüber ablegen. Der wohl großartigste Apo­lo­get der 20. Jahrhundert, C. S. Lewis, sagte:

„Jetzt unwissend und einfältig zu sein – nicht fähig, den Feinden auf ihrem Gebiet zu begegnen – würde bedeuten, unsere Waffen wegzuwerfen und unsere ungebildeten Brüder zu betrügen, die außer uns keine Verteidigung gegen die intellektuellen Angriffe der Heiden haben. Es muss gute Philosophie geben, wenn auch nur dazu, weil schlechte Philosophie beantwortet werden muss.“

Der Grund, warum wir die wahre Religion verteidigen müssen, liegt darin, dass es falsche Religionen gibt.

Der Grund, warum wir die wahre Religion verteidigen müssen, liegt darin, dass es falsche Religionen gibt. Der Grund, warum wir für ein authentisches Christentum eintreten müssen, liegt darin, dass es nachgemachte, gefälschte Arten des Christentums gibt.

Übersetzung von Jutta Göderle-Odenwald; Endredaktion und Fußnoten von Thomas Jeising


  1. vgl. Francis Schaeffer, Preisgabe der Vernunft, Wuppertal, Brockhaus, 1970. Bes. S. 15 und 46. 

  2. Bekenntnisse 5,11: „Schon in Karthago hatten mich die Reden eines gewissen Helpidius angeregt, die er gegen die Manichäer hielt, da er solche Stellen aus der Schrift anführte, denen man nicht leicht widersprechen konnte, und die Antwort jener schien mir auf schwachen Füßen zu stehen“. 

  3. Bekenntnisse 7,9,13 

  4. Frank Morison, Wer wälzte den Stein?, Fischer, 1961. Frank Morison war der Autorenname von Albert Henry Ross (1881-1950), der zuerst 1930 sein Buch Who moved the Stone? veröffentlichte, das ein apologetischer Klassiker wurde. 

  5. Antony Flew, There is a God: How The World’s Most Notorious Atheist Changed His Mind. New York, Harper Collins, 2007.
    Flew ist nach allem, was wir wissen, kein Christ geworden. Er lehnt die Zuverlässigkeit der Bibel ab und glaubt nicht an Jesus als Gottes Sohn und Retter. Dem Atheismus aber hat er den Rücken gekehrt und zwar vor allem, weil er unvernünftig ist. 

  6. Norman L. Geisler und Frank Turek, I Don‘t Have Enough Faith to Be an Atheist, Crossway Books 2004.