LiteraturBuchbesprechungen

Gender Gaga – Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will

Die mit bissigem Humor vorgetragene Kritik an der gegenwärtigen Genderideologie kann ihre Argumente gut belegen.

Kelle, Birgit. Gender-Gaga. Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will. Asslar: adeo Verlag 2015. 188 S. Hardcover mit Schutzumschlag: 17,99 €. ISBN: 978-3-86334-045-2

Die Autorin, Jg. 1975, ist Kolumnistin bei The European. In zahlreichen Medien­beiträgen (z.B. für Die Welt und focus) schreibt sie „für Frauen, die gerne Frauen sind und Männer, die welche bleiben wollen“. In ihrem neuen Buch nimmt sie sich die Gender-Industrie aufs Korn, die mit Tausenden Beschäftigten mit Lehrstühlen, Instituten und Beauftragten davon lebt, uns alle zu politisch korrekten, geschlechtssensiblen Mitbürgern zu erziehen.

Hinter dem Begriff Gender-Main­streaming verbirgt sich die Ideologie, nach der jeder Mensch seine geschlechtliche Identität selbst bestimmen kann und jede nur denkbare sexuelle Orientierung als gleichwertig zu betrachten ist. Facebook bietet seinen deutschen Mitgliedern inzwischen die Wahl aus 60 verschiedenen Geschlechtern. Von der Regierung gefördert gibt es in Deutschland inzwischen mehr als 1900 kommunale Frauen- und Gleich­stellungsbüros und rund 200 Lehrstühle für Frauen- und Gender­forschung. (Gleichstellung für Männer: Fehlanzeige.) Die EU hat zwischen 2007 und 2013 bereits 3,56 Milliarden Euro ausgegeben, um die „Gender-Gerechtigkeit“ in Europa herzustellen. Für ein Jahresbudget von 200.000 Euro sind im EKD-Genderzentrum in Hannover Gender-Theologinnen am Werk, um die christliche Welt noch bunter zu machen und den Dialog nicht nur mit Männern und Frauen zu üben, sondern auch mit Menschen, die hetero-, bisexuell, lesbisch, schwul, transgender, intersexuell, queer sind.

Es ist Irrsinn, was alles gendergerecht geregelt, erzogen, verändert werden soll: zuerst der Sexualkundeunterricht, dann aber auch Spielplätze, Toiletten (Unisex), Straßennamen, Fußgängerampeln, Berufs­bezeichnungen, Studiengänge, die Bibel und schließlich Gott selbst (Kelle: Die himmlische Frauenquote verharrt bei null Prozent). Auch die deutsche Sprache wird verhunzt, sodass Examensarbeiten schon schlechtere Noten riskieren, wenn sie nicht gendersensibel formuliert werden. Es gibt außerdem schon längst keine Studenten und Studentinnen mehr, sondern nur noch Studierende (auch an Bibelschulen), Lehrende, Radfahrende. In Leipzig gibt es in den offiziellen Dokumenten der Uni nur noch „Professorinnen“, obwohl ein Großteil davon männlich ist (Frauenquote 100%). Aber die biologisch männlichen dürfen durchaus keine Frauenparkplätze benutzen …

Die Autorin nimmt den mit Hilfe von unsereren Steuergeldern verbreiteten Schwachsinn gewaltig auf die Schippe:

„Denn die natürlichen Gegner von Gender Main­­streaming sind schon allein der gesunde Menschenverstand, die Natur­wissenschaften, der liebe Gott und nicht zuletzt die doofe Grammatik der deutschen Sprache.“

In 128 Endnoten belegt sie alle ihre Behauptungen.

Ist denn nun alles schlecht an der Gender-Idee mit Weltverbesserungs­an­spruch? Na ja, sie ist immerhin ein großer Unterhaltungsfaktor! Dass sich aber in der Medizin Herzinfarktsymptome bei Frauen anders als bei Männern äußern, ja dass sogar dieselben Medikamente bei Männern und Frauen unterschiedliche Wirkungen haben können, hat nichts mit Gender zu tun, sondern rein mit dem biologischen Geschlecht. So langsam schwant immer mehr Bürgern, dass die ganze Gender-Hysterie von zweifelhaftem Sinn und Nutzen ist, dafür aber zielsicher Steuergelder vernichtet. Nur in Nor­we­gen hat man den Geldhahn für den Genderis­mus inzwischen weitgehend zugedreht.

Ein unterhaltsam mit bösem Humor geschriebenes Buch über eine gefährliche Gleichstellungs-Ideologie, die viel Unheil anrichtet und jeden Widerspruch als Phobie diskriminiert.