LiteraturBuchbesprechungen

Evolution. Kritik unerwünscht! Erfahrungen eines Wissen­schaftlers

Kritik am Entstehungsmodell der Evolutionstheorie wird im wissenschaftlichen Betrieb rigoros geächtet. Davon berichtet ein Wissenschaftler eindrücklich.

Leisola, Matti. Evolution. Kritik unerwünscht! Erfahrungen eines Wissen­schaftlers. Holzgerlingen: SCM Hänssler 2017. 223 S. Hardcover: 12,95 €. ISBN: 978-3-7751-5818-3.

Dass Wis­sen­schaft kein neu­­­trales Spielfeld ist, auf dem Wis­sen­schaftler nichts als die Wahrheit suchen, hat der Autor, emeritierter Professor für Bioprozesstechnik, vierzig Jahre lang erfahren müssen. Er arbeitete an verschiedenen Hochschulen und Universitäten, hat 140 Fachartikel geschrieben, die über 6000 Mal von anderen Wissenschaftlern zitiert wurden. Er schrieb mehrere Fachbücher, erhielt mehrere Wissenschaftspreise und besitzt einige Patente.

In 15 Kapiteln beschreibt er seine Erfahrungen, die er immer wieder auch mit guten Sachinformationen über strittige Themen der Evolutionsforschung verbindet. Die Kapitelüberschriften machen schon deutlich, was er an Desinteresse, Ablehnung offener Diskussionen, hartnäckigen Vorurteilen, Verunglimpfungen bis hin zu Hass erlebt hat:

Zweifel kommen auf. – In der Gewalt des Naturalismus. – Die Studenten hören interessiert zu. – Die Professoren zeigen sich. – Die Rektoren sind erschrocken. – Die Verleger zweifeln. – Der finnische Rundfunk verhält sich vorsichtig und warnt. – Die Kirche passt sich an. – Die Skeptiker werden nervös. – Die Darwinisten verbreiten Angst. – Die Kollegen diskutieren. – Die Mechanismen funktionieren nicht. – Die Kluft wird tiefer. – Gehört „Design“ zur Wissenschaft? – Alchemie, Astrologie und die Erde als Scheibe.

Der Leser merkt sehr schnell, dass der Autor genau weiß, wovon er spricht. Und er schreibt:

„Fast alle mir bekannten Forscher geben in vertraulichen Gesprächen unter vier Augen zu, dass die Wissenschaft keine Erklärungen über den Ursprung des genetischen Codes, der Proteine, Zellmembranen, Stoff­wechsel­reak­tio­­nen, Zellen und der Grundlagen des Aufbaus der Lebewesen hat.“ (S. 36)

Offenbar ist das die Erfahrung aller Wissenschaftler, die ein allgemein anerkanntes Konzept in Frage stellen.

Ein sehr empfeh­lenswertes, anspruchsvolles Buch, das aber nicht aus Re­signation, sondern mit Humor geschrieben wurde.