LiteraturBuchbesprechungen

Ehlert, Thomas / Hausoul, Raymond R.: Das Buch Haggai / Das Buch Maleachi

Ehlert, Thomas / Hausoul, Raymond R.: Das Buch Haggai / Das Buch Maleachi. Witten: SCM Brockhaus 2011. 531 S. Hardcover: 19,95 €. ISBN 978-3-417-25084-8

Der in der Reihe der Bibelkommen­tare „Edition C Altes Testament“ erschienene Band enthält die Kommentare zu zwei kurzen prophetischen Bücher. Die Hauptmerkmale der Reihe, nämlich ausführliche Einleitungen zu bieten, dann eine solide grammatische Exegese und Hilfen für Predigt und Bibel­stunden, werden von beiden Autoren vorbildlich erfüllt.

Das Buch Haggai wurde von Pfarrer Thomas Ehlert bearbeitet. Er vermutet, dass Haggai ein Hofprophet Serubbabels war, des Statthalters der aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrten Juden. Ein Schlüssel für das Verständnis des Buches scheint ihm zu sein, dass es noch während der Bauphase des zweiten Tempels geschrieben wurde. Ausdrücklich macht er darauf aufmerksam, dass unsere Überlegungen über die Entstehung des Prophetenbuchs nur Schlussfolgerungen sind, die sich auf Indizien stützen. Er zeigt, wie der Prophet in seiner Botschaft den Israeliten unter anderem klarmacht, dass die Hoffnung auf den Neuen Bund gerade durch den Gehorsam gegenüber den Bundesverpflichtungen des Alten Bundes aufrechterhalten wird. Der Kommentarteil ist verständlich geschrieben. Besonders gut gelungen fand der Rezensent die Anregungen zu den Bibelarbeiten.

Ehlert-Haggai-MalRaymond R. Hausoul, Dozent für AT und Systematische Theologie an der Toerustings­school in Belgien hat den Propheten Maleachi bearbeitet. Überraschend fand der Rezensent, dass Hausoul sein Werk neben seiner Frau seinen beiden Men­toren W.J. Ouweneel und H.P. Medema gewidmet hat, die beide in der Brüderbewegung aktiv waren. Man spürt Haushoul die Liebe zum Wort Gottes ab, wenn er schon in seinem Vorwort schreibt: „Dieses Werk … soll helfen, das wundervolle Panorama im Bibelbuch Male­achi klarer zu erken­nen. Ab und zu ist es gut, verschiedene Erklärungen zu einem Bibelbuch kritisch zu durchdenken und gründlich theologisch zu reflektieren.“ Das ist ihm gut gelungen. Er begründet gleich am Anfang, warum er dabei bleibt, dass Maleachi ein Personenname ist. Interessant ist, wie häufig Maleachi im Neuen Testament erscheint. Der Verfasser verweist nicht nur in der Einleitung auf die chiastische Struktur des ganzen Prophe­tenbuches, sondern zeigt sie auch an einzelnen Textstücken in der Auslegung. Sehr bemerkenswert die Auslegung zu 2,15-16 und der kleine Exkurs über Scheidung bei Esra, Nehemia und Maleachi.

Ein gelungenes Werk, das man jedem, der Bibelarbeiten oder Predigten über die beiden Propheten halten muss, in die Hand geben möchte.