LiteraturBuchbesprechungen

Buch: Die Offenbarung des Johannes

Mit diesem Buch legt der ehemalige württenbergische Landes­bischof den zweiten Teil seines Kommentars zur Offenbarung vor. Darin wird der allgemeine Aufbau des ersten Bandes beibehalten, in welchem er wie folgt vorgegangen ist …

Maier, Gerhard. Die Offenbarung des Johannes, Kapitel 12-22. Historisch Theo­logische Auslegung (HTA). Witten: SCM Brockhaus 544 S. Hardcover: 44,90 €. ISBN 978-3-417-29728-7

Mit diesem Buch legt der ehemalige württenbergische Landes­bischof den zweiten Teil seines Kommentars zur Offenbarung vor. Darin wird der allgemeine Aufbau des ersten Bandes beibehalten, in welchem er wie folgt vorgegangen ist: 1. Übersetzung, 2. Struktur, 3. Einzelexegese und 4. Zu­sam­men­fas­sung. Von diesem Sche­ma weicht er nur im Epilog (Offb 22,1-5) ab, wo die Zusam­men­fassung fehlt. Worte und Wort­gruppen aus dem hebräischen und griechischen werden in Umschrift ergänzt, dies hilft auch denen, die in den Sprachen ungeübt sind beim Lesen und Verstehen der Texte.Insgesamt wird sein großes Bibel­wissen und seine Kenntnis der Wirkungs­geschichte der Offenbarung wieder deutlich. Das führt zum einen zu vielen zielführenden Erläuterungen, setzt aber zum anderen auch neue Fragezeichen. Zum Beispiel, wenn er eine Aussage macht und nicht näher erklärt warum (Weshalb übersetzt er mit Harfe? S. 318). In Offb. 20,4 fügt er noch ein Gericht ein, von welchem im Text nichts steht (S. 387), dazu verweist er zwar kurz auf andere Bibelstellen, am Ende erscheint die Begründung jedoch deutlich knapp für diesen Schritt. In seiner Art zu schreiben kommt, wie bei Bengel, immer wieder eine predigtähnliche Art durch. So stellt er bewusst Fragen, die den modernen Leser betreffen (S. 359).

Die Offenbarung des Johannes. Kapitel 12-22

Es gibt auch einige Stellen, die in ihrer Formulierung sonderbar anklingen. So beginnt er eine Aussage mit „Man darf aber jetzt nicht fragen …“ und widmet sich anschließend selbst dieser Frage (S. 191). An einer anderen Stelle schreibt er vom griechischen Text als Urtext (S. 66) und zweifelt später selbst an der Ursprünglichkeit einiger Worte im Text (S. 293).

Maier führt in diesem Kommentar seine chronologische Auslegung konsequent weiter. Dabei erscheint bis zum Schluss der inhaltliche Schwerpunkt die Bekehrung der Menschen zu sein. Dieses Thema zieht sich durch den kompletten Kommentar und gibt ihm eine evangelistische Note.

Eine Frage beantwortet Maier trotz intensiver Bezüge zum Alten Testament jedoch aus meiner Sicht nur ungenügend: Was wird aus dem alttestamentlichen Gottesvolk?

Trotz der verschiedenen kleinen An­mer­kungen ist dieser Kommentar sehr für alle an der Offenbarung interessierten Mitarbeiter in den Gemeinden zu empfehlen. Maier hat sehr tiefgründig gearbeitet und einen übersichtlichen Kommentar geschaffen. Es ist leicht, darin einzelne Verse nachzuschlagen und aufgrund der verschiedenen Verzeichnisse tiefer in die entsprechende Materie einzusteigen.