ThemenEhe und Familie

Kinder zu Hause unterrichten?

Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in Europa mit einer Schulpflicht für Kinder. Immer mehr christliche Eltern machen sich angesichts von Neuerungen in den Unterrichtsplänen, wie etwas Sexualkundeunterricht bereits in den Grundschulen, Gedanken, ob ihre Kinder an staatlichen Schulen noch gut aufgehoben sind oder ob es nicht besser wäre, sie privat oder zu Hause zu unterrichten.

Neue idea-Meldungen verweisen auf das Problem: Vor kurzem wurde ein Ehepaar aus dem bayerischen Schwarzenbruck zu einer Geldstrafe von 1.100 Euro verurteilt, weil es sich aus Glaubensgründen weigert, seine achtjährige Tochter auf eine öffentliche Schule zu schicken und statt dessen zu Hause unterrichtet. Anstoß war vor allem der Sexualkundeunterricht an der Grundschule. Er verletze die Intimsphäre sowohl des Kindes als auch der Familie.

In Nordrhein-Westfalen werden 42 Kinder aus 26 Familien von ihren Eltern aus religiösen Gründen nicht zur Schule geschickt, sondern zu Hause unterrichtet.

Im Landkreis Paderborn schicken sieben Familien aus Aussiedlergemeinden ihre Kinder nicht in die Grundschule, sondern unterrichten sie aus Glaubensgründen selbst. Die Eltern haben bereits Bußgeldbescheide in Höhe von 250 Euro pro Elternteil und Kind erhalten, die teilweise gerichtlich eingefordert wurden. Außerdem wurde eine „zwangsweise Zuführung“ der Kinder angekündigt und den Eltern der Entzug des Sorgerechts angedroht.

Auf einer Informationsveranstaltung am 12. Februar in Lüdenscheid wurde erklärt, in staatlichen Schulen werde die Menschenwürde der Kinder mißachtet und im Sexualkundeunterricht ihre persönliche Intimsphäre massiv verletzt. Daraufhin erstattete ein Paderborner Lehrer Anzeige wegen übler Nachrede. Auch die Lehrergewerkschaft „Verband Erziehung und Wissenschaft“ (VBE) prüft rechtliche Schritte. 

Experten schätzen, daß in Deutschland mindestens 500 Kinder von ihren Eltern unterrichtet werden. In vielen Staaten ist der Hausunterricht möglich, etwa in den USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, der Schweiz, den Niederlanden und Österreich. Die meisten Länder kennen zwar eine Unterrichtspflicht, überlassen es aber den Eltern, wie sie dieser Pflicht Genüge tun.  

die Redaktion

Vor 150 Jahren zog mein Ururgroßvater von Hamburg nach Amerika. Ich bin nun mit meiner Familie zurückgekehrt, um Deutschland wieder meine Heimat werden zu lassen. Als ich hier ankam, war ich geschockt von der kulturellen Degradierung dieses Landes.

In den USA wird das Christentum allgemein sehr respektiert. In ihrer Verfassung gibt es einen Paragraphen, der Religions- und Gewissensfreiheit gewährt. Christen sind so von verschiedenen Dingen befreit, die gegen ihre Religion und ihr Gewissen verstoßen.

Als nach dem zweiten Weltkrieg Deutschland als Demokratie wieder aufgebaut wurde, wurde auch in seiner Verfassung die Freiheit von Religion und Gewissen verankert – Grundgesetz Artikel 4. So wurde Christen die Freiheit garantiert, Gott zu dienen und ihn anzubeten. Wenn sich irgendjemand fragt, ob es in Deutschland z. B. legal sei, Kinder zu Hause zu unterrichten, dann ist das nach dem Grundgesetz gestattet, wenn der Lehrinhalt der öffentlichen Schulen gegen unsere Religion oder unser Gewissen verstößt. – Doch die Kirchen haben geschlafen. Christen wird dieses Recht heute nicht mehr gewährt.

Wie IDEA berichtet (090/2004/5) müssen nach einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts in Frankfurt am Main Eltern auch dann ihre Kinder auf eine öffentliche Schule schicken, wenn sie etwa aus Glaubens- oder Gewissensgründen nicht mit den dort vermittelten Lerninhalten einverstanden sind. Die Schulen und Lehrer haben also die Autorität, mit von ihnen gewählten Lehrinhalten und Methoden zu unterrichten. Das schließt natürlich auch Sexualkundeunterricht mit ein.

Christen müssen aufwachen und verstehen, dass hier ein kultureller Krieg gegen unsere Familien geführt wird

Christen müssen aufwachen und verstehen, dass hier ein kultureller Krieg gegen unsere Familien geführt wird. In diesem Krieg werden uns unbiblische soziale Veränderungen aufgezwungen, wie z. B. die Akzeptanz homosexueller Lebensgemeinschaften und Abtreibung. Wenn wir mit den staatlichen Richtlinien nicht einverstanden sind und uns weigern, unsere Kinder zur Schule zu schicken, wo sie diese Richtlinien gelehrt bekommen, folgen Geld- und Gefängnisstrafen und sogar der Entzug des Sorgerechts! Dabei sind die Familien, die solches wagen, gerade diejenigen, die über Generationen hinweg den gesunden Kern der Nation gestellt haben. Ein Richter schrieb sogar in seinem Urteil, dass fundamentale Christen in Hinsicht auf ihre Religion und ihr Gewissen nicht durch das Grundgesetz geschützt seien! Was ist denn ein fundamentaler Christ? Dies wurde zwar nicht definiert, aber ich meine, dass es einfach jemand ist, der an die Bibel glaubt und dessen Herz gerade das ausleben will, was Gottes Wort anordnet.

Ich glaube, das größte Problem heutzutage ist, dass die sogenannten Christen Gott nicht mehr fürchten. Wenn wir aber ihn nicht fürchten, werden wir auch unsere Kinder nicht seinem Willen gemäß beschützen. Es erstaunt mich sehr, dass so viele Christen sich vor Menschen fürchten und andere Autoritäten über die Autorität Gottes stellen.

Wenn z. B. unseren Kindern Sexualunterricht gegeben wird – und das von einem weltlichen und unbiblischen Standpunkt aus –, kehren wir sehr schnell dem Gebot Gottes, unsere Kinder zu schützen, den Rücken und benutzen die Schulpflicht als Begründung dafür, unsere Kinder in solch einer Umgebung zu belassen. Mit anderen Worten: Wir stellen Menschengesetze über Gottes Gesetze!

Vor einigen Jahren halfen meine Frau und ich einer Familie mit elf Kindern: Familie Harder ist eine Familie mit deutschen Wurzeln, die aus Russland hierher zurückgekehrt ist. Nachdem sie zuerst ihre Kinder in die Schule geschickt hatten, nahmen sie diese schließlich auf Grund der Lehrplan-Inhalte wieder heraus. Doch die Schulbehörden machten alles mobil; es endete mit einer Polizeiaktion. Mit der Hilfe einer amerikanischen Intervention stoppten wir die Behörden und verhinderten weitere Maßnahmen gegen diese Familie. Alle Anklagepunkte wurden wegen dem inner- und außerstaatlichen Druck nach drei Wochen fallen gelassen. Familie Harder ist standhaft geblieben!

Ich möchte Ihnen auch noch kurz von Herrn Harders Großvater erzählen: Er war ein deutscher Pastor, der in Russland lebte und ins Gefängnis geworfen wurde, weil er das Evangelium verkündigte. Nach vielen Jahren der Haft wurde ihm die Freilassung angeboten, wenn er verspräche, seine religiösen Verkündigungsdienste einzustellen. Er lehnte ab und blieb standfest in seinen Überzeugungen; und er starb letztendlich im Gefängnis, ohne seine Familie jemals wiedergesehen zu haben. Er gab Gott den ersten Platz in seinem Leben und lehnte es ab, Kompromisse zu machen. Und diese Grundhaltung ist es, von der sich auch Familie Harder leiten lassen will. Haben denn unsere Vorfahren in anderen Ländern vergeblich um des Evangeliums willen gelitten, dass ihre Nachkommen zurückkehren und in Deutschland verloren gehen?

Eine andere christliche Familie steht zur Zeit unter Beschuss. Ihr Fall wird von einer Organisation betreut, deren Ziel es ist, Familien gegen solche Tyranneien, wie wir sie derzeit in Deutschland erleben, zu verteidigen – „Schulunterricht zu Hause e.V.“ (www.Schuzh.de)

Können Sie sich das vorstellen? Die Eltern nahmen ihre Kinder aus der Schule, weil im Deutschunterricht Pornographie benutzt wurde, um die Kinder zu unterrichten! Der Richter entschied, dass dieses Material durch das hessische Kultusministerium genehmigt worden sei und daher Artikel 4 GG keine Begründung für ihr Verhalten sei! Wenn solche Mittel schon zur Unterweisung in der deutschen Sprache benutzt werden, was werden unsere Kinder dann erst im Sexualkundeunterricht sehen und hören?! Kontaktieren Sie doch z. B. mal die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und finden Sie es selbst heraus! Denn diese versorgen Schulen mit ihren „Aufklärungs-Paketen“!

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Freiheit niemals von alleine kam, sondern dass sie immer erkämpft werden musste

Viele Deutsche, die hier all die sozialen Veränderungen miterlebt haben (gerade jene Veränderungen, welche die meisten von uns „Zurückgekehrten“ so geschockt haben), sind durch den langsamen Gewöhnungseffekt blind geworden und sehen gar nicht mehr die Perversionen, die unter ihnen herrschen. Perversionen sind immer häufiger geworden und finden daher eine breite Akzeptanz in der Gesellschaft.

Um 1980 war Amerika in einer ähnlichen Situation weltlicher Kultur, in der Christen benachteiligt wurden. Viele von uns Amerikanern erkannten, dass wir aus biblischer Sicht unsere Kinder nicht auf solchen Schulen belassen konnten – und entzogen sie ihnen. Am Anfang standen wir ziemlich alleine da! Einige Christen wurden ins Gefängnis geworfen auf Grund ihrer Überzeugungen, bis eine Organisation wie „Schuzh“ gegründet worden war – die „Home School Legal Defense Association“ (HSLDA). Diese führte Prozesse und bildete Interessengruppen, bis der Staat keine Chance mehr hatte und nachgeben musste. Er musste die schon längst existierende eigene Bundes-Verfassung anerkennen und die Türen zur Freiheit öffnen. (Die Bundes-Verfassung ist das höchste Gesetz des Staates.) Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Freiheit niemals von alleine kam, sondern dass sie immer erkämpft werden musste.

Gibt es biblische Beweggründe, unsere Kinder von der Schule zu nehmen?

Sprüche 19,27: „Lass ab, mein Sohn, auf Unterweisung zu hören, die abirren macht von den Worten der Erkenntnis!“ (Elbf.)

Das logische Ergebnis eines gottlosen Lehrplans ist eine gottlose Gesellschaft

Genau das ist es aber, was unsere Schulen tun: Sie lassen unsere Kinder von Gott abirren.

Die Grundlage des deutschen Bildungsmodells ist das antik griechische, in dem der Mensch und die Natur über allem steht. So wurde der biblische Schöpfungsbericht durch die Theorie der Evolution ersetzt.

Christliche Bildung sollte dem hebräischen Modell folgen, in dem das Wort Gottes die ganze und absolute Wahrheit darstellt und mit dem wir alles um uns her beurteilen. Das griechische Modell betont die Erkenntnis der Dinge, um den Schüler vorzubereiten, dem Staat oder der Gesellschaft zu dienen. Dem entgegen betont das hebräische Modell den Aspekt der Weisheit, welcher das Ergebnis von Gottesfurcht ist. Erkenntnis, die auf dem Wort Gottes basiert, folgt dieser Weisheit. Daher kann Erkenntnis nicht ohne Weisheit vermittelt werden, denn nur diese lehrt den Schüler zu unterscheiden, was von Gott und daher von ewigem Wert ist, und was nicht von Gott ist und daher abgelehnt werden muss. So bringt das griechische Modell einen Staatsdiener hervor, das hebräische aber einen Diener des Herrn.

Epheser 4:14 „Damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.“

Verführung hat sich schon seit vielen Jahrzehnten in die Kirchen eingeschlichen und fängt bereits seit einiger Zeit bei der Kindergarten- und Grundschulerziehung an.

Unser Bildungsministerium behauptet, dass der Lehrplan der öffentlichen Schulen neutral sei, das heißt: ohne Gott.

Daher könne er keine Konfession vor den Kopf stoßen. Das logische Ergebnis eines gottlosen Lehrplans ist eine gottlose Gesellschaft.